Archiv

DM Einzelstrecken Großenhain

DM Einzelstrecken in Großenhain

Bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßte Großenhains Oberbürgermeister Dr. Sven Mißbach rund 250 der besten deutschen Speedskater, die am Wochenende nach Pfingsten ihre Meister ermitteln wollten. Der MDR berichtete. Mit Abspielen der Nationalhymne wurde die Deutschen Meisterschaft eröffnet.

Judith Bruns (2005) vom Emsland-Inline e. V. war die einzige Sportlerin aus Niedersachsen bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft. In der Altersklasse Kadetten (2004/2005) kämpften 31 Mädchen um den Titel. Für Judith war das Ziel, möglichst eine Platzierung unter den Top 20 zu belegen.

Am ersten Wettkampftag standen das 200 m Sprintverfolgungsrennen und das 3000 m Punkterennen auf dem Programm. In 22,706 Sekunden belegte sie zur Freude ihrer als Jugendbetreuerin mitgereisten Mama und ihres Trainers (Willy Ruygh) bei der Sprintverfolgung Platz 17. Beim 3000 m Punkterennen konnte Judith zwar keine Punkte sammeln aber mit einem ausgezeichneten Platz 16 den ersten Wettkampftag beenden.

Am zweiten Wettkampftag hatten sich die Temperaturen deutlich abgekühlt. Mit Regenschauern war zu rechnen. Deshalb wurden für den Fall der Fälle Regenrollen bereitgehalten. Bei der 500 m Sprintausscheidung kamen von den 31 Starterinnen die 16 Zeitschnellsten in die nächste Ausscheidungsrunde. Wenige Minuten vor dem Start zum Viertelfinale setzte Regen ein. Kurzfristig mussten also die Rollen gewechselt werden. Im Viertelfinale treten jeweils vier Sportlerinnen gegeneinander an und nur die beiden Ersten des Durchgangs erreichen das Halbfinale.  Kurz nach dem Start wurde Judith durch eine Konkurrentin behindert, die Materialprobleme an ihren Skates hatte. Dadurch verlor sie zunächst den Anschluss an die Führende. 

Verbissen und mit enormem Kampfeswillen gelang es ihr, den Zielsprint als Zweite für sich zu entscheiden. Damit war der Einzug ins Halbfinale gesichert und abschließend der achte Platz in diesem Rennen gesichert. Ein ausgezeichneter und überraschender Erfolg.

Kurz nach Mittag waren die Temperaturen wieder auf über 30 Grad im Schatten gestiegen. Beim abschließenden 5000 m Ausscheidungsrennen wurden in den Wertungsrunden jeweils die Sportlerinnen aus dem Rennen genommen, die als letzte die Ziellinie überquerten. Judith gelang es mit taktischem Geschick, bis zuletzt im Rennen zu bleiben. Ihr ausgezeichnetes Reaktions- und Fahrvermögen halfen ihr, mehreren Stürzen  ihrer Konkurrentinnen unbeschadet auszuweichen. In 9:14 Minuten beendete sie das 5000 m Rennen und erreichte hier Platz 15.

Die Platzierungen der Einzelrennen ergaben für das Niedersachsen-Mädchen den hoch zu bewertenden Platz 15 in der Gesamtwertung. Per WhatsApp erreichten die Sportlerin aus Lingen-Brögbern diverse Glückwünsche zu ihrem tollen Ergebnis und natürlich auch vom Landestrainer Torsten Kossin, der die Rennen online über http:.//Sportdeutschland.tv/inlinespeedskating/deutsche-meisterschaft-2018 verfolgen konnte.

Die krasse Überlegenheit der Sportlerinnen aus den neuen Bundesländern und aus Groß Gerau ist bedingt durch die dort seit vielen Jahren vorhandenen Trainingsmöglichkeiten auf den optimal gebauten Wettkampfstätten. In den deutschen Hochburgen des Inline-Speedskatings (Erfurt, Leipzig, Gera, Meißen, Großenhain, Luckenwalde, …) gibt es (mindestens) eine wettkampffähige Speedskating-Bahn. Dass die Sportlerin aus Lingen-Brögbern langsam zu einer ernstzunehmenden Konkurrentin heranreifen kann, verdankt sie nicht zuletzt den durch die Stadt Lingen geschaffenen Trainingsmöglichkeiten. Diese Gemeinde im Landkreis Emsland hat 2016 die einzige in Niedersachsen vorhandene 200 m Inlinekaterbahn als Freizeitanlage gebaut. Damit das Land Niedersachsen Sportler für das Inline-Speedskating hervorbringen kann, die zur deutschen oder übernationalen Spitze vordringen, ist der Bau von 200 m Inline-Speedskating-Bahnen unabdingbar.